Hirm – Klein aber fein

Hirm, das bis 1921 den ungarischen Namen Félszerfalva trug, liegt in Mittelburgenland und weist in unserem historischen Überblick wohl die älteste Geschichte auf. Archäologen haben 7000 Jahre alte Siedlungsreste aus der Kupferzeit gefunden, Hügelgräber aus der Bronzezeit und die Überreste eines großen Gutshofs aus der Römerzeit. Als Grenzort zwischen den Habsburgern und den Osmanen musste das Dorf einige Jahrhunderte lang Überfälle und Kriege überstehen und verlor mitunter dabei seine ganze Bevölkerung durch dessen Flucht oder Ermordung. Wie überall in Burgenland siedelten die Habsburger im zeitweise menschenleeren Hirm Kroaten und Ungarn an. Nachdem das Burgenland keine Kriegsgrenze mehr war, konnte sich die Region endlich stabil weiterentwickeln, was nur zeitweise durch Naturkatastrophen und eine Choleraepidemie unterbrochen wurde. 1850 sollte Peter Daniel Rothermann mit seiner modernen und großen Zuckerfabrik aus Hirm das industrielle Zentrum eines sonst landwirtschaftlich geprägten Landstrichs machen. Rothermanns Zuckerfabrik war übrigens die erste ihrer Art im damaligen Königreich Ungarn.

1941 wurde die Zuckerproduktion eingestellt und die Fabrik zur Außenstelle der Kriegsindustrie der Nazis umfunktioniert, in der mehrere tausend Zwangsarbeiter arbeiten mussten. 1944 bombardierte die US-Airforce die Fabrik. Nach dem Krieg verfiel das Fabriksgebäude mehr und mehr, bis zu dem Zeitpunkt, da sich wieder Industrie ansiedelte. Es sind dies in den 1970er Jahren u.a. die die Bleistiftfabrik Hardtmuth, die ÖKI und Heinrich Sachs. Die alten, baufälligen Anlagen wurden abgerissen und neue wurden gebaut. Von den über 900 Einwohnern Hirms arbeiten seitdem nicht wenige in den Betrieben von „Brevillier Urban und Sachs“.

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